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Die im weiteren empfohlenen
Verzehrsmengen gelten für eine ca. 1,70 cm grosse erwachsene Person mit Normalgewicht und
mittelschwerer Arbeit!
1. Gruppe:
Getreide/Getreideprodukte/Kartoffeln/Nudeln/Reis:
Dies ist eine sehr wichtige
Gruppe. Aus ihr sollten täglich reichlich Lebensmittel verzehrt werden.
Vollkorngetreideprodukte enthalten Ballaststoffe, Mineralstoffe, Vitamine und haben den
Vorteil, dass auch bei Verzehr grösserer Mengen, nicht übermässig viel Energie
zugeführt wird. Die Tatsache, dass man Vollkornprodukte länger kauen muss, bewirkt
ausserdem, dass der Magen mehr Zeit hat, dem Gehirn zu signalisieren, dass genug Nahrung
aufgenommen worden ist.
Es wäre von Vorteil wen man davon täglich folgende Mengen essen würde:
- ca. 5-7 Scheiben Brot (200-350 g)
- 1 Portion Reis (ca. 80 g roh)
- oder Nudeln (ca. 80 g roh)
- oder ca. 4 bis 5 mittelgrosse Kartoffeln
Bei Reis und Nudeln sollte die
Vollkornvariante gewählt werden.
Kartoffeln und Hülsenfrüchte enthalten zusätzlich Eiweiss und Stärke. Damit sind
sie zwar energiereicher, aber noch lange keine "Dickmacher". Das werden sie erst
durch die weitere Verarbeitung zu Chips, Pommes, Bratkartoffeln, Kroketten, etc.
Bei den grossen Mengen Brot ist zu beachten, dass mit dem Streichfett sparsam
umgegangen wird solte (s. Informationen zu Gruppe 7).
Der Verbrauch von Zucker ist (soweit wie möglich) zu reduzieren, denn Zucker ist ein
reiner Energielieferant. Mit dem Kohlenhydrat werden keine Mineralstoffe und Vitamine
mitgeliefert.
Er schiesst ausserdem sehr schnell in Blut, was eine ebenso schnell
Gegenreaktion (Insulinausstoss) zur Folge hat. Insulin will den Zucker
schnell aus dem Blut schaffen, was dazu führt, dass sich nach kurzer Zeit erneut ein
Hungergefühl einstellt.
Die Geschmacksempfindung "süss" ist abhängig von der Dosis die man sich im
Durchschnitt gönnt.
D.h.: Je mehr Süsses man isst, desto mehr muss mit der Zeit gesüsst werden, um das
Geschmacksempfinden "süss" zu haben.
Eine Reduzierung der Dosis bewirkt auch die re-Sensibilisierung des Geschmacksempfindens
für Süsses.
Wer künstlichen Süssstoff benutzt:
Durch die kalorienfreien Süssstoffe wird suggeriert, man könne ohne Reue soviel essen,
wie man wolle.
Aber auch mit Süssstoff gesüsste Lebensmittel können kalorienreich sein.
Sinnvoll eingesetzt können Süssstoffe aber auch eine Hilfe sein.
2. Gruppe: Gemüse
Auch dieses Segment ist recht gross. Der Grund liegt darin, dass auch Gemüse wenig
Energie liefert, dafür aber viele Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe enthält.
Ausserdem enthält es viel Wasser und hat dadurch eine geringe Energiedichte.
Täglich sollten
- 1 Portion (200-250 g) Gemüse und
- 1 Portion Salat (ca. 75 g)
verzehrt werden.
Um die wichtigen (und
empfindlichen) Inhaltsstoffe im Gemüse zu erhalten, ist es ratsam, einen Teil als
Rohkost/Salat zu essen, da die Vitamine sehr hitzeempfindlich sind und bei langem
Warmhalten zerstört werden.
Tips:
- Ergänzen Sie Brotmahlzeiten mit Tomaten, Paprika,
Gurken, Radieschen.
- Da man aus fettarmen Gemüse hervorragend einen
Kalorienbomber machen kann,
sollte mit Fett (Stich Butter, Creme fraiche, Rahmsosse) vorsichtig umgegangen werden.
Wenn Sie Gemüse sehr knackig kochen, behält es mehr Eigengeschmack und sie müssen
keine zusätzlichen Geschmacksträger wie Fett hinzufügen.
- Mit frischen Kräutern kann man auch einiges an
Geschmack erreichen.
- Bei rohen Möhren sollte immer etwas Öl
dazugegeben werden, damit das Provitamin "ss-Carotin" vom Körper aufgenommen
werden kann.
- Einige Gemüsearten wie Kohl, Zwiebeln, Paprika
führen bei manchen Menschen zu Blähungen. Hier hilft Kümmel, der entblähend wirkt.
3. Gruppe:
Früchte
Auch Früchte liefern wie die Lebensmittel aus den vorherigen Gruppen Vitamine,
Mineralstoffe, Wasser und Ballaststoffe. Der süsse Geschmack stammt von dem in den
Früchten enthaltenen Fruchtzucker. Deshalb sollen Früchte auch nicht in so grossen
Mengen, wie z.B. Gemüse verzehrt werden.
Die Empfehlung ist täglich ca. 200 bis 250g Früchte zu essen.
Frisch ist es natürlich am besten, aber wer auf Dosenwaren zurückgreift, sollte darauf
achten, dass die Früchte nicht gezuckert sind. In diesem Zusammenhang ist die
Zutatenliste wichtig. Hier sind die Inhaltsstoffe und Zusätze nach der Menge
sortiert, in der sie im Produkt enthalten sind. An erster Stelle steht die Zutat die
prozentual am häufigsten in dem Lebensmittel vorkommt. Steht dort Glukose, Glukosesirup
oder Zucker an einer der erste 3 Stellen, ist das Lebensmittel nicht empfehlenswert.
Eine Alternative für die Winterzeit, während der nicht alle Früchtearten erhältlich
sind, sind tiefgeforene Früchte.
4. Gruppe: Getränke
Täglich sollten mindestens 1,5 l Flüssigkeit getrunken werden.
Geeignete Getränke sind Mineralwasser, Kräutertee, verdünnte Obstsäfte,
Gemüsesäfte
Wer gerne Säfte trinkt, sollte "Fruchtsäfte" den "Nektaren"
vorziehen.
Fruchtsäfte enthalten 100% Frucht, ein "Nektar" dagegen nur 25% -
50%.
Einigen Getränken werden erhebliche Mengen Zucker zugesetzt:
1 Dose Cola oder gesüsstes Mineralwasser (0,33 l) enthalten ca. 12 Stk. Würfelzucker.
8 Kaugummis enthalten ca. 7 Stk. Würfelzucker
50 g Gummibärchen enthalten ca. 13 Stk. Würfelzucker
2 Mohrenköpfe enthalten ca. 9 Stk. Würfelzucker
1 Milchschnitte enthält ca. 5 Stk. Würfelzucker
1 Müsliriegel enthält ca. 4 Stk. Würfelzucker
Auch mit Alkohol sollte vorsichtig umgegangen werden: Alkohol enthält relativ viel
Kalorien und hat den Nachteil, dass er u.a. appetitanregend ist. Kaffee und schwarzer Tee
benötigen Wasser, damit sie wieder ausgeschieden werden. Wer viel Kaffee trinkt,
benötigt daher zusätzliche Flüssigkeit.
Die oben genannten Gruppen sollten täglich und reichlich getrunken werden.
5. Gruppe: Milch und Milchprodukte
Täglich sollten ca. 1/4 l fettarme Milch getrunken und 2 Scheiben fettarmer Käse (à ca.
30g) gegessen werden. Die Milch kann auch durch Buttermilch (fettärmer) oder fettarme
gesäuerte Milchprodukte (Joghurt, Dickmilch) ersetzt werden.
Wichtige Nährstoffe, die die Milch liefert, sind:
Kalzium, Vitamine (A,
B2)
Bei Joghurt sollte der Naturjoghurt vorgezogen werden, da er für den Darm günstige
Kulturen enthält, von denen man weiss, dass sie u.a. auch vor Krebs schützen können.
Schauen Sie sich einmal die Zutatenliste der herkömmlichen Fruchtjoghurts/
Joghurtmischungen an: Sie enthalten grosse Mengen an Bindemitteln, Zucker, kein frisches
Obst, etc. Sie tun sich eher etwas Gutes, wenn sie sich einen Naturjoghurt kaufen und sich
ihr Obst selber dazumischen. Dann haben sie auch selber im Griff, wieviel Zucker sie
dazutun oder nicht.
Tips:
- Ein Müsli vereint einige der Lebensmittel, die
als günstig zu bezeichnen sind : Milch(produkt), Getreide, Obst.
- Rahm (im Salat, in Sossen oder im Auflauf) durch
Sauerrahm (24%Fett) ersezten oder saure Rahm (10%) mit etwas Mehl anrühren, dann lässt
sie sich erwärmen, ohne zu gerinnen.
- Käse ist ebenfalls ein sehr hochwertiger
Eiweissträger. Der Fettgehalt wird in der Regel nur als F.i.Tr. angegeben. Der
eigentliche Fettgehalt liegt aber immer niedriger. Der Fettgehalt hängt davon ab, wieviel
Wasser im Käse ist. Er ist um so grösser, je trockener der Käse ist. Hart- und
Schnittkäse (Emmentaler, Greyerzer, Gouda) sind daher fetter, als Weichkäse und
Frischkäse (Hüttenkäse, Doppelrahmfrischkäse, Brie, Quark) gleicher Fettgehaltsstufe.
Faustregel für den tatsächlichen Fettgehalt:
Bei Frischkäse: Ca. 1/3 des Fettgehaltes in der Trockenmasse
Bei Weichkäse: Ca.1/2 des Fettgehaltes in der Trockenmasse
Bei Hartkäse: Ca. 2/3 des Fettgehaltes in der Trockenmasse
Günstig sind:
Harzer Käse, Quark 10 % F.i.Tr - (mit Mineralwasser aufschlagen), Hüttenkäse, körniger
Frischkäse, leichter Frischkäse, Romadour 20-30 % F.i.Tr., Tilsiter 30 % f.i.Tr.,
Mozarella, Limburger 20 % F.i.Tr.
Wer statt fetter Leberwurst (30g Leberwurst = 10g Fett) 40%igen Quark
( 50g= 5g Fett) isst, hat allerdings immer noch Fett eingespart, da Quark zu 80% aus
Wasser besteht.
6. Gruppe: Fisch, Fleisch, Wurst, Eier
Von ernährungswissenschaftlicher Seite wird immer empfohlen, nicht so viel Fleisch/Wurst
essen. Der Grund ist u.a. der, dass man mit dem Fleisch sehr viel Eiweiss aufnimmt. Das
belastet ab ca. 100 g/Tag die Nieren. Erhöhter Fleischkonsum führt zu den typischen
Zivilisationskrankheiten wie Gicht (Purine im Fleisch), Arteriosklerose (gesättigte
Fette im Fleisch), Diabetes (das versteckte Fett im Fleisch ist der Wegbereiter des
Diabetes).
In Zeiten von Fleischknappheit kamen diese Krankheit praktisch nicht vor. Fleisch ist
ausserdem ein sehr "dichtes" Lebensmittel (hohe Energiedichte) und macht daher
nicht über sein Volumen satt. Bei Wurst lässt sich der Fettgehalt meist nicht von aussen
bestimmen. Im Zweifelsfall kann man die "Pfannenprobe" machen: Legen Sie
ein Stück Wurst in die Pfanne und erhitzen sie sie langsam. Sie sehen anhand der
austretenden Fettmenge, wieviel Fett sie enthält.
Die empfohlene Menge an Fleisch- und Wurstwaren ist:
- In der Woche 2 mal Fleisch ( Portion á 125 g)
oder Wurst
- und 1-2 mal Fisch (150 g).
- Wöchentlich max. 2-3 Eier.
Fisch ist i.d.R. ein recht
fettarmes Lebensmittel
Fettarme Fische sind: Zander, Rotbarsch, Hecht, Scholle, Seezunge,
Seelachs, Kabeljau und Forelle.
Fettere Fische sind: Lachs, Makrele, Aal, Hering, Thunfisch in Öl
Fischkonserven (Hering in Rahmsosse/Tomatensosse), Fischsalate und eingelegte Fische,
sowie Anchovis enthalten ebenfalls viel Fett.
Ein panierter fettarmer Fisch wird durch die Panade zu einem fettreichen Fisch. Die
Panade kann ca. 40 g Fett aufsaugen.
Fisch schmeckt auch:
- im Gemüsebeet
- im Bratschlauch
- im Römerfischtopf
- gegrillt
- gekocht in Sosse (Dill, Meerrettich)
- oder einfach in einer beschichteten Pfanne mit
wenig Öl gebraten (auspinseln)
7. Gruppe: Fette und Öle
Täglich reichen in etwa 60 g bis 80 g Fett aus.
40 g sichtbares Fett:
- Ca. 3 gestrichene Esslöffel Streichfett
- 1 EL Kochfett: Distelöl, Sonnenblumenöl,
Olivenöl, Butterschmalz
40 g versteckte Fett in
- Wurst/Fleisch
- Milch/Milchprodukten
- Käse
- Rahm/Créme fraîche
- Kuchen
- Schokolade
- Pommes
- Fischkonserven
- Eis
Um Fett zu sparen, kann man
einige Dinge tun. Einfach mal testen, wo Fett wirklich einen Geschmacksvorteil bringt:
- In der Rahmsosse ist ein Stück Butter
wahrscheinlich gar nicht mehr nötig.
- Schmecken Sie die Butter unter der Leberwurst,
oder unter dem Quark heraus?
- Lässt sich Vollrahm nicht öfter durch Halbrahm,
Sauerrahm oder Joghurt ersetzen?
Eine weitere Methode, Fett
einzusparen, ist das fettarme Kochen:
1. Wasserarm garen
In Edelstahltöpfen mit gut schliessbaren Deckeln.
Vitamine und Spurenelemente, Konsistenz, Farbe sowie Aroma und Eigengeschmack bleiben
erhalten
2. Dämpfen
Den Topfboden mit wenig Wasser bedecken, das Gemüse in den Siebeinsatz legen.
Vitamine und Spurenelemente laugen nicht aus; die Konsistenz, die Farbe, das Aroma und der
Eigengeschmack bleiben erhalten.
Geeignet für alle Gemüsearten, Kartoffeln und Obst.
3. Druckdämpfen
im Schnellkochtopf. Durch den Dampfüberdruck steigt die Temperatur auf 105 bis 120°C und
die Garzeit ist dadurch relativ kurz.
4. Dünsten
Gargut in wenig Fett kurz anbraten, mit einem passenden Deckel abdecken und schnell zum
Kochen bringen. Das Gargut dann im eigenen Saft dünsten. Geeignet für stark
wasserhaltige Blattgemüse, Pilze, Tomaten, Gurken oder Möhren.
5. Garen in der Alufolie
die Lebensmittel ohne Fett- und Wasserzugabe in der Alufolie garen. Geeignet für jedes
Gargut, das selbst viel Wasser enthält. Die Alufolie vorher leicht einfetten, damit die
Speisen nicht anheften.
Die Folie gut schliessen, damit der entstehende Saft nicht herausfliessen kann.
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